Was bedeutet die Klimakrise für Eigentümer und Mieter?

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Experten warnen, dass bestimmte Regionen in Deutschland in Zukunft nicht mehr bebaut werden sollten. Auch in Brandenburg müssen sich Eigentümer und Mieter auf die Folgen der Klimakrise einstellen…...

Noch nie war die Forschung so gut darin, die Folgen des Klimawandels so präzise zu beschreiben wie heute. Zehntausende wissenschaftliche Arbeiten dokumentieren nüchtern die Verheerungen unserer Umwelt, elaborierte Klimamodelle geben präzise Vorhersagen für die Zukunft ab. Klimaforscher warnen eindringlich vor den Gefahren, die die fortschreitende Transformation des Planeten mit sich bringt.

Auch auf den Immobilienmärkten werden Extremwetterlagen, Waldbrände und Überschwemmungen in Zukunft wohl eine größer werdende Rolle spielen. Anlässlich des Jahrestags der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen, in der 2021 viele ums Leben kamen, warnte der Präsident des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe Ralph Tiesler im Juli davor, bestimmte Flächen in Deutschland noch zu besiedeln. Es gäbe “keinen Ort oder Landstrich in Deutschland, bei dem wir nicht genau hingucken müssen“, sagte Tiesler den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Experten warnen, dass bestimmte Regionen in Deutschland in Zukunft nicht mehr bebaut werden sollten.

Tiesler steht mit seiner Einschätzung nicht alleine da. Zwar gibt es in Deutschland noch kein Regelwerk, das Gebiete ausweist, die in Zukunft nicht mehr bebaut werden dürfen. Eine sogenannte Hochwassergefahrenkarte für das Ahrtal weist aber immerhin Zonen aus, die auch in Zukunft von Fluten besonders gefährdet sind. Tatsächlich dürfen in der von der Flut letzten Jahres zerstörten Gemeinde 34 Gebäude nicht wieder aufgebaut werden. Zu hoch wäre das Risiko, dass die Katastrophe sich wiederholt.

„Jeder, der ein Haus bauen möchte, sollte sich darüber informieren, ob das Grundstück in einem Hochwasserrisikogebiet liegt. Wenn ja, rate ich dringend davon ab, dort zu bauen“, zitiert der Business Insider Holger Schüttrumpf, den Leiter des Instituts für Wasserbau und Wasserwirtschaft an der Universität Aachen. Der Professor prognostiziert, dass Hochwasserereignisse künftig nicht mehr alle 100, sondern alle 50 Jahre oder noch häufiger auftreten werden. In Mecklenburg-Vorpommern sagte ein Sprecher des Umweltministeriums, es müsse damit gerechnet werden, dass in ungefähr 80 Jahren manche Landesteile aufgrund des steigenden Meerwasserspiegels dauerhaft nicht mehr genutzt werden könnten. Schon heute investiert das Bundesland jährlich rund 24 Millionen Euro in seinen Küstenschutz.

Zwar sind die Experten sich weitgehend einig, dass vor allem mögliche Hochwasserlagen bei der Standortwahl für Immobilien stärker berücksichtigt werden müssten. Aber auch andere Faktoren könnten zukünftig eine Rolle spielen.

Die Folgen der Klimakrise treten in Deutschland Jahr für Jahr immer deutlicher in Erscheinung. Europa durchlebt diesen Sommer seine größte Dürre seit vielen Jahrzehnten. Waldbrände sind nur eine der vielen verheerenden Folgen der großen Trockenheit. Was sie für Mensch und Umwelt bedeuten, zeigte sich in den vergangenen Jahren immer wieder an Beispielen wie den Bränden in Kalifornien, Australien, Sibirien und vielen anderen Teilen der Welt. Dramatische Bilder von in Flammen stehenden Häusern, geflüchteten Menschen vor glutrotem Himmel und verbrannten Koalabären gingen um die Welt.

Auch hierzulande dürften solche Bilder in den kommenden Jahren mehr und mehr zur Gewohnheit werden, wenn extreme Hitzeperioden auf geschwächte Ökosysteme stoßen. Deutschlands Eichen, Fichten und Buchen sind krank. Rund 80 Prozent der Bäume befinden sich laut des aktuellen Waldzustandsberichts in besonders schlechter Verfassung. Die gestiegenen Temperaturen setzen besonders den Monokulturen schwer zu.

Auf Nachfrage des Business Insiders heißt es aus dem Umweltministerium Brandenburg, dass bei der Bauplanung künftig “Risiken durch Dürre, Stürme, Insektenschäden im Wald und ein massiv gestiegenes Waldbrandrisiko” bedacht werden müssten. Vor allem Standorte nahe den Kieferwäldern seien gefährdet.

Brandenburg ist berüchtigt für seine sandigen Böden. Dennoch ist das Ausmaß von Hitze, Trockenheit und sinkendem Grundwasserspiegel neu. Unter den Bundesländern ist Brandenburg bislang am schwersten von Waldbränden betroffen. Laut der Waldbrandstatistik der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung verlor es in den letzten fünf Jahren rund 700 Hektar Wald bei durchschnittlich 310 Bränden jährlich.

Prognosen, welche Regionen in Deutschland am stärksten von den Klimakrisenfolgen betroffen sein könnten, gibt es längst. Vergangenes Jahr veröffentlichte das Umweltbundesamt eine sogenannte Klimawirkungs- und Risikoanalyse. Darin werden die Berechnungen des Weltklimarats IPCC auf Deutschland heruntergebrochen. Besonders Deutschlands Osten und Südwesten müssen sich demnach Mitte (2031 bis 2060) und Ende des Jahrhunderts (2071 bis 2100) auf eine Zunahme an Extremwetterlagen einstellen.

Auf Nachfrage des Business Insiders heißt es aus dem Umweltministerium Brandenburg, dass bei der Bauplanung künftig “Risiken durch Dürre, Stürme, Insektenschäden im Wald und ein massiv gestiegenes Waldbrandrisiko” bedacht werden müssten.

Wer für die Kosten der durch die Klimakrise verursachten Schäden künftig aufkommen muss, ist eine weltweit viel diskutierte Frage, auf die es je nach Perspektive verschiedene Antworten gibt. In sogenannten Klimaklagen wird in Deutschland und anderen Ländern vor Gerichten zum Beispiel über die Verantwortung der Profiteure der Krise, der sogenannten “Carbon Majors” verhandelt.

Diskutiert wird ebenso eine Pflichtversicherung gegen Elementarschäden, wie sie die Ministerpräsidenten der Länder vorschlagen. Eine normale Hausratversicherung deckt durch Umweltkatastrophen entstehende Schäden nicht ab. Mieter und Eigentümer in Deutschland sind bislang dennoch kaum vor Schäden durch Naturgewalten versichert.

Informieren Sie sich über die Entwicklung der BER-Region anhand unserer Standortanalyse.

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