“Neocity”: So soll die Zukunft von Schönefeld-Nord aussehen

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Der Gewinner des Wettbewerbs um die Bebauung des Entwicklungsgebiets Schönefeld-Nord steht fest. Die neue “Neocity” in Schönefeld-Nord wird das größte Infrastrukturprojekt Deutschlands, sagt Bürgermeister Christian Hentschel....

Im Wettbewerb um die Gestaltung des 150 Hektar großen Entwicklungsgebiets Schönefeld-Nord gibt es einen Gewinner: die Pläne des Architekturbüros RHA Reicher Haase Assoziierte aus Aachen sollen umgesetzt werden. Das gab die Gemeinde Schönefeld Ende August bekannt. Mit an der Planung beteiligt sind die Carla Lo Landschaftsarchitektur aus Wien sowie die Lindschulte Ingenieurgesellschaft aus Nordhorn.

Geplant sei ein Gesamtnetz aus verschiedenen Quartierseinheiten und Grünbereichen, heißt es in der Pressemitteilung der Gemeinde Schönefeld. Zentrale Elemente seien eine urbane Dichte und ein vielfältiges Stadtgrün. Jedes Quartier besitze sein eigenes Zentrum und eine direkte Anbindung an Grünflächen und Infrastruktur. Dem Team sei es wichtig gewesen, das Gebiet nachhaltig und im Einklang mit der Umgebung zu entwickeln. Ausgangspunkt bildete daher der Bestand, zentrales Element sei der Freiraum.

Der Zuzug ist gewaltig: 10.000 zusätzliche Menschen sollen im neuen Entwicklungsgebiet bis 2030 wohnen. Schönefeld könnte dann auf um die 30.000 Einwohner kommen.

Es ist nicht das einzige, aber das größte Entwicklungsprojekt der Gemeinde, die seit der Eröffnung des neuen Flughafens ächzt, weil der Zuzug gewaltig ist. Die Anstrengung lohnt sich für viele: 5.000 Menschen sind allein in den letzten zehn Jahren hinzugekommen, jetzt drängen wöchentlich weitere in den Wohnmarkt der nur rund 20.000 Menschen großen Gemeinde. 10.000 zusätzliche sollen im neuen Entwicklungsgebiet bis 2030 wohnen. Schönefeld könnte dann auf um die 30.000 Einwohner kommen.

Der Andrang hängt mit Berlins Wohnungsnot zusammen, aber auch mit dem neuen Flughafen und den zahlreichen Industrieansiedlungen in der Region südöstlich der Hauptstadt in den vergangenen Jahren. Rund 12.000 neue Jobs verspricht Tesla, weitere 40.000 Arbeitsplätze entstehen rund um den BER. Schönefeld liegt im Herzen des Booms und will liefern, eine ganze Stadt soll entstehen. Durch deren künftiges Zentrum verläuft die Hans-Grade-Allee, es gibt unmittelbaren Anschluss an den Bahnhof, den Flughafen, das Rathaus, die Innenstadt und die Autobahn A113.

Wer in Schönefeld lebt, lebt am Nabel der Welt: Nicht nur Berlin, Leipzig, Dresden und Polen sind schnell erreicht, sondern auch Paris, London und Lissabon. Der neue Flughafen ist nur wenige Minuten entfernt. Dementsprechend attraktiv ist Schönefeld für Menschen und Unternehmen, für die Mobilität eine wichtige Rolle spielt, oder die selbst am oder mit dem Flughafen arbeiten. Folgerichtig steigt der Bedarf an Gewerbeflächen, Büros, Laboren, Schulen und Kitas, Ärzten und vielem anderen mehr: Zum Beispiel fehlten aktuell bis zu 100 Erzieher, um die Versorgung mit sozialer Infrastruktur zu gewährleisten, sagte Hentschel dem Berliner Tagesspiegel.

Hentschel spricht vom “bundesweit größten Infrastrukturprojekt”, sagt, er denke den neuen Flughafen und die Entwicklung der Gemeinde zusammen. Zwar stehe der Flughafen vollständig in der Gemeinde, aber seine Bedeutung reiche weit über sie hinaus, in die umliegenden Regionen und in die Hauptstadt hinein. Die Weiterentwicklung der verkehrlichen Infrastruktur gehe darum beispielsweise auch Berlin etwas an. Schönefeld setzt sich seit langem für eine Verlängerung der U7 ein und hält eigens dafür eine Verkehrstrasse frei.

Schönefeld setzt sich seit langem für eine Verlängerung der U7 ein und hält eigens dafür eine Verkehrstrasse frei.

Grundsätzlich, so Hentschel, sei eine interkommunale Zusammenarbeit unabdingbar, “wenn man den BER und die nun entstehende Boomtown, die wir hier als Neocity bezeichnen, betrachtet.“ Die Gemeinde Schönefeld habe mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Dahme-Spreewald und den Städten Königs Wusterhausen und Wildau gemeinschaftlich ein entsprechendes Strategiepapier extern beauftragt.

In den vergangenen Jahren entstanden in Schönefeld bereits neue Quartiere wie das Dichterviertel, die Sonnenhöfe, das Rathausquartier und die Rathausvillen. Unmittelbar am Rathaus entsteht außerdem gerade weiterer Wohnraum: 330 Privatwohnungen umfasst die „Neue Mitte Schönefeld“ unter Federführung der BUWOG.

Informieren Sie sich über die Entwicklung der BER-Region anhand unserer Standortanalyse.

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