Familienkompass: So zufrieden sind Familien in Brandenburg

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Eltern fühlen sich in Brandenburg wohl. Eine große Umfrage zeigt Verbesserungspotenziale. ...

Wo in Brandenburg fällt man immer noch in ein Funkloch? Wo fehlen Kinderärzte? Wie gefährlich ist der Fuß- oder Radweg zur Schule? Vom Kita-Platz-Mangel in Fürstenwalde über horrende Kosten für die Kinderbetreuung in Potsdam bis hin zu Brandenburgs besten Schulen (Angermünde) deckt der “Familienkompass Brandenburg” eine Vielzahl brennender Fragen ab, die Paare mit Kindern oder Kindeswunsch haben, die für ihre Zukunft mit Brandenburg planen.

Für sie lohnt sich die Lektüre auf jeden Fall: Der “Familienkompass Brandenburg” ist aktuell die größte Erhebung zur Zufriedenheit von Familien in den Brandenburgischen Gemeinden. Rund 10.000 Teilnehmer beantworteten die von drei Tageszeitungen ins Leben gerufene Umfrage, deren Ergebnisse seit September vorliegen. Man findet sie in den Online-Ausgaben der Märkischen Oderzeitung, der Lausitzer Rundschau und der Märkischen Allgemeine.

Methodisch lehnt sich die Umfrage an großen Studien zum Wohlbefinden von Familien an, wie sie etwa das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen Unicef einsetzt. Mitentwickelt und geprüft wurde der Fragebogen von Sozialwissenschaftlern der Evangelischen Hochschule Dresden, die mit vergleichbaren Studien in Sachsen bereits gute Erfahrungen haben, sowie der Agentur „Die Mehrwertmacher“.

Wir stellen Ihnen eine Auswahl an Ergebnissen des neuen Familienkompasses vor.

84 Prozent fühlen sich in ihrer Nachbarschaft wohl, 81 heben die Freundlichkeit ihrer Nachbarn hervor.

Wohnen in Brandenburg

Berlins Wohnmarkt ist hart umkämpft, erschwinglicher Mietraum fehlt, seit Jahren steigen die Mieten in Höhen, die für viele schwindelerregend sind. Besonders für junge Familien, die in der Zweizimmerwohnung kaum Platz für den Nachwuchs haben, ist das ein großes Problem. Nicht erst seit kurzem drängen sie in immer größeren Zahlen ins Umland.
Doch auch hier ist der Wohnraum in der Folge zur Mangelware verkommen. Das bildet sich auch im Familienkompass unmissverständlich ab. Das Angebot an Wohnraum bewerteten 78 Prozent der Befragten als schlecht. Auch die Wohnkosten sind vielen zu hoch: 63 Prozent gaben an, hiermit unzufrieden zu sein.
Zufrieden scheinen die Brandenburger hingegen mit ihrem wohnlichen Umfeld zu sein. 84 Prozent fühlen sich in ihrer Nachbarschaft wohl, 81 heben die Freundlichkeit ihrer Nachbarn hervor. Auch das Internet scheint der Befragung zufolge inzwischen in den allermeisten Gemeinden zu funktionieren.
Übrigens: Wie sich der Speckgürtel-Effekt im vergangenen Jahr auf die Kaufpreise für Immobilien im Brandenburger Südwesten ausgewirkt hat, zeigte im Juni eine Analyse der Landesbausparkassen (LBS). Besonders stark stiegen die Preise im vergangenen Jahr mit 28 Prozent im Südwesten Brandenburgs und ebenfalls stolzen 23 Prozent im Nordosten.

Kinderbetreuung und Schule

Die Kinderbetreuung ist eines der zentralen Themen der Umfrage. Mit ihren Kitas sind die Brandenburger mehrheitlich sehr zufrieden. Die meisten haben für ihre Kinder einen Platz in der Nähe ihres Zuhauses bekommen. 71 Prozent gaben an, dass ihre Kita gut oder sehr gut organisiert sei, 73 Prozent hoben das besondere Engagement der Erzieher hervor.
Trotzdem waren 99 Prozent der Befragten der Meinung, dass ihre Stadt oder ihre Gemeinde mehr in den Bereich der Kinderbetreuung investieren sollte. Eine von vielen geteilte Kritik betrifft die Betreuungskosten: 59 Prozent der Befragten fanden diese zu hoch. Die Eltern bemängeln das Angebot an Kindergartenplätzen und die Personalausstattung der Einrichtungen.
Und die Kinder? Man glaubt es kaum: 68 Prozent der Kinder gingen 2021 gerne zu ihrer Schule in Brandenburg. Den meisten Kindern blieben Mobbing- oder Gewalterfahrungen erspart, der Unterricht fiel nur selten aus. Die Eltern fühlten sich durch die Schulen gut informiert. Die Kehrseite: Zu volle Klassen, schlechtes Schulessen und eine unzureichende Ausstattung im Digitalen. 47 Prozent der befragten Eltern gaben an, mit dem virtuellen Unterricht, der während der Pandemie nötig war, nicht zufrieden gewesen zu sein.

Was das Angebot an Arbeitsplätzen, öffentlichem Nahverkehr und Freizeitgestaltungsoptionen angeht, zeigte sich eine große Mehrheit der Eltern zufrieden.

Medizinische Versorgung

An dieser Stelle drückt der Schuh die Brandenburger besonders: sieben von zehn Befragten zeigten sich unzufrieden mit der medizinischen Versorgung in ihrer Region und gaben an, dass es in ihrer Umgebung zu wenige Fachärzte gebe. Besonders fehlen würden Hautärzte, Augenärzte, Kinderärzte, Psychotherapeuten und Orthopäden.

Deutlich wird in der Umfrage auch, welche Fachärzte die Brandenburger besonders häufig vermissen. So gaben 78 Prozent der Befragten an, dass es schwierig sei, einen Jugendpsychiater zu finden. Auch bei der Suche nach Hebammen haben Eltern offenbar regelmäßig Probleme: 64 Prozent der Befragten bemängelten ein ungenügendes Angebot an Geburtshelfern.

Was hingegen das Angebot an Arbeitsplätzen, öffentlichem Nahverkehr und Freizeitgestaltungsoptionen angeht, zeigte sich eine große Mehrheit der Eltern zufrieden. Alle Ergebnisse der großen Befragung finden Sie in den Online-Portalen der Märkischen Oderzeitung, der Lausitzer Rundschau und der Märkischen Allgemeine.

Informieren Sie sich über die Entwicklung der BER-Region anhand unserer Standortanalyse.

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