Enormes Wachstum in der Flughafenregion Berlin-Brandenburg

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Verkehr, Kinderbetreuung, Wohnraum: So plant Schönefeld, den mächtigen Bevölkerungsschub zu bewältigen. ...

Fast 570 Millionen Euro Verlust, das ist die Bilanz der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB) zum ersten vollständigen Betriebsjahr des Hauptstadtflughafens BER. Nur mit Hilfe des Bunds und der Länder Berlin und Brandenburg – seiner Eigentümer – kann der Flugbetrieb aufrecht erhalten bleiben. Laut Informationen der FAZ laufe die allmähliche wirtschaftliche Erholung derweil aber weitgehend nach Plan.

Die Gemeinde Schönefeld, in der der Flughafen liegt, verzeichnet hingegen Wachstumsrekorde. Vor zehn Jahren lebten in Schönefeld noch rund 14.000 Menschen, heute sind es schon 19.100, über 5.000 mehr. Generell zieht es viele in die Region. Wüest Partner gab das Bevölkerungswachstum im Berliner Speckgürtel seit 2015 vergangenes Jahr mit 4,3 Prozent an. Spitzenreiter unter den Gemeinden waren Schönefeld, Wustermark und Teltow. Alle drei bezifferten ihren Bevölkerungszuwachs auf um die 20 Prozent.

Es kommen viele junge Paare mit Kindern

In Schönefeld ist das Wachstum am stärksten, allein in den letzten zwei Jahren begrüßte die Gemeinde 2.000 neue Mitglieder, sagte Gemeindesprecherin Solveig Schuster dem Tagesspiegel. In den kommenden Jahren, schätzt sie, könnten weitere 10.000 folgen.

Bis zum Jahr 2030 könnte Schönefeld auf um die 30.000 Einwohner kommen. Mehrheitlich gut situierte, junge Erwachsene zieht es hierher, überdurchschnittlich häufig bringen sie Kinder mit.
Verlängerung der U7: Auf 8,5 Kilometer Strecke sieht die Gemeinde sieben Haltestellen vor.

Bis zum Jahr 2030 könnte Schönefeld auf um die 30.000 Einwohner kommen. Binnen nur zwei Jahrzehnten hätte sich seine Bevölkerung dann verdoppelt.

Vor dieser Aussicht drehen sich in Neu-Schönefeld derzeit unablässig die Baukräne. Zwischen der Berliner Stadtgrenze und dem Flughafen entstehen Wohnquartiere für Tausende von Bewohnern. Fasane und Rehe liefen hier früher entlang, doch damit ist es lange vorbei. Bauunternehmen zufolge ist die Nachfrage riesig. Für die Wohnungsentwicklung sieht der Landesentwicklungsplan zwei Schwerpunktgebiete vor, nämlich Schönefeld-Nord und Großziethen.

Mehrheitlich gut situierte, junge Erwachsene zieht es hierher, überdurchschnittlich häufig bringen sie Kinder mit. So häufig, dass die Betreuungsangebote der Kitas beinahe ausgereizt sind. Acht neue Kitas sowie zwei neue Schulen seien darum geplant; das gab Christian Hentschel, Schönefelds Bürgermeister seit 2019, im April im Tagesspiegel bekannt. 165 Stellen für Fachpersonal sollen hierbei entstehen.

Verlängerung der U7 möglich

Auf eine Verlängerung der U7 hoffte schon Hentschels Vorgänger. Die dafür geeignete Trasse hält die Gemeinde seit Jahren frei. Anlass sind vor allem Schönefelds vielen Pendler. Laut offizieller Angaben arbeiten nur 900 Schönefelder vor Ort, alle anderen pendeln, meistens, na klar, nach Berlin. Jeden Tag sind darum viele Tausend Menschen hier in Bewegung. Ohne eine Verlängerung der U-Bahnlinie komme es zum Verkehrskollaps, warnte Hentschel im März.

Vor kurzem stellte der Entwicklungsausschuss der Gemeinde Schönefeld eine Machbarkeitsstudie vor. Es geht um 8,5 Kilometer Strecke, auf denen die Gemeinde sieben Haltestellen vorsieht. Dass die Gemeinde seit Jahrzehnten von so einer Anbindung träume, heißt es sogar auf der Gemeinde-Homepage. Im Berliner Senat gab eine Kosten-Nutzen-Analyse in Auftrag. Auf die Ergebnisse ist man nicht nur in Schönefeld bereits gespannt.

Informieren Sie sich über die Entwicklung der BER-Region anhand unserer Standortanalyse.

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