Der Büroimmobilienmarkt braucht den Homeoffice-Trend nicht zu fürchten

Die Nachfrage nach Büroimmobilien dürfte stabil bleiben

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Corona hat einen weitreichenden Homeoffice-Trend ausgelöst. Die Nachfrage nach Büroimmobilien dürfte trotzdem stabil bleiben. ...

Die Pandemie hat die Art und Weise, wie wir unser Miteinander gestalten, verändert – auch in der Arbeitswelt. Statt im Büro arbeiten derzeit viele Deutsche vom heimischen Schreibtisch aus, statt persönlich trifft man die Kollegen im Video-Chat. Eine Umfrage des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) ergab Anfang April, dass mehr als ein Drittel der Befragten teilweise oder vollständig von zu Hause aus arbeitete. Vor der Pandemie waren es nur rund 12 Prozent.

Wie viele werden es zukünftig sein? In den USA denkt man offenbar um: Twitter will seinen Mitarbeitern die Heimarbeit demnächst dauerhaft erlauben. Facebook-Chef Zuckerberg glaubt, dass in zehn Jahren rund jeder zweite Beschäftigte seines Unternehmens im Homeoffice arbeiten wird. Der Immobilienriese Cushman & Wakefield befragte im April rund 300 Unternehmen weltweit. 89 Prozent der Befragten gingen demnach davon aus, dass der Trend zum Homeoffice nicht mit der Pandemie enden werde.

Und in Deutschland? Der Versicherungsriese Allianz zum Beispiel plant laut eigener Angaben, rund 40 Prozent seiner Mitarbeiter ins Homeoffice zu verlegen. 30 Prozent der bislang benötigten Bürofläche ließen sich längerfristig so sparen. Andere Unternehmen erwägen aus Kostengründen ähnliche Maßnahmen.

Der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) rechnet vor dieser Entwicklung zwar mit Auswirkungen auf die Mietpreise am Markt für Büroimmobilien. Demnach könnten die Preise vorläufig etwas sinken. Andreas Wende vom ZIA sieht darin aber mittelfristig keinen Grund zur Beunruhigung: Denn einerseits werde die Anzahl der im Büro Beschäftigten weiterhin steigen, andererseits sei der Markt in der Vergangenheit ohnehin von der hohen Nachfrage überfordert gewesen.

Der Versicherungsriese Allianz plant laut eigener Angaben, rund 40 Prozent seiner Mitarbeiter ins Homeoffice zu verlegen.
Statt im Büro arbeiten derzeit viele Deutsche vom heimischen Schreibtisch aus.

Auch Günter Vornholz, Professor für Immobilienökonomie an der EBZ Business School in Bochum, geht nicht davon aus, dass der Markt umgewälzt werden wird. Gegenüber der Deutschen Welle sagte Vornholz, die Zahl an Homeoffice-Plätzen werde wahrscheinlich nur geringfügig steigen.

„Wenn die Krise nicht allzu lange anhält und wenn weiterhin so gute politische Maßnahmen wie Kurzarbeit getätigt werden, dann glaube ich nicht, dass die Mieten von Büroflächen sich groß verändern werden“, sagte Vornholz den Journalisten. Die Kurzarbeitsregelung ist tatsächlich entscheidend: Ihr verdankt sich, dass sich am deutschen Arbeitsmarkt nicht viel verändert. Im Vergleich dazu hat es in den USA eine Welle von Entlassungen gegeben, die sich sehr viel stärker auf den Büroflächenmarkt auswirken werden.

Dass mit der veränderten Arbeitskultur außerdem nicht automatisch auch ein geringerer Flächenbedarf einhergehen wird, gibt Barclays-Chef Jes Staley zu bedenken. Wir gewöhnen uns gerade daran, Abstand zueinander zu halten. Er drückt das so aus: Tausende von Menschen in ein Gebäude zu pferchen, könnte eine „Sache der Vergangenheit“ sein. „Wir werden Wege finden, um für eine viel längere Zeit mit mehr Distanz zu arbeiten.“

Das sieht auch Sven Carstensen so, Vorstand des Marktforschungsunternehmens BulwienGesa. Büroarbeiter gehörten in der Corona-Krise nicht zu den am stärksten betroffenen Gruppen. Zwar werde es „sicherlich einen starken Abbau bei den Selbständigen und prekär Beschäftigten geben“. Bei Büro-Jobs erwarte die BulwienGesa auf das Jahr gesehen hingegen sogar “ein leichtes Plus”. Auch für die kommenden Jahre gehen die Immobilien-Experten davon aus, dass die Zahl der Bürobeschäftigten auf einem stabilen Niveau bleibt und lediglich das Wachstum an Dynamik verliert.

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